Daniel Kraus, der für seine Arbeit mit Guillermo del Toro und seine bevorstehende Adaption von Ron Howard gefeiert wird, wagt sich mit seinem Roman „The Sixth Nik“, der am 26. Juni 2026 erscheinen soll, in die Science-Fiction. Das Buch verbindet die tiefsitzende Angst vor Körperhorror mit scharfen politischen Kommentaren und untersucht Themen wie körperliche Autonomie und das Potenzial für staatliche Kontrolle.
Ein lebendes Schiff, eine Seuchenwelt
Die Geschichte spielt sich an Bord von The Sickness ab, einem Raumschiff, das buchstäblich aus biologischer Materie gewachsen ist. Dabei handelt es sich nicht um Metall und Drähte, sondern um „gewebte Biomaterie“, die auf die Bedürfnisse – oder vielleicht auch Anforderungen – der Besatzung reagiert. Das verstörende Design des Schiffes, das als „Tumor“ oder „verrotteter Brocken eines Oort-Giganten“ beschrieben wird, gibt den Ton für eine dunkle, beunruhigende Reise an.
Die Mission der Crew: Untersuchen Sie einen von der Pest heimgesuchten Planeten, der von Schurken heimgesucht wurde. Im Mittelpunkt der Erzählung steht Sisilla, eine neunjährige Kultistin, deren Gehirn für diese Aufgabe erweitert wurde. Allein die Prämisse deutet auf eine Geschichte hin, in der die Unschuld korrumpiert wird und Ausbeutung an der Tagesordnung ist.
Einflüsse und Ursprünge
Kraus beschreibt die Entstehung des Romans in einer verzerrten Neuinterpretation des Thrillers „What Ever Happened to Baby Jane?“ aus dem Jahr 1962. Aber das Projekt entwickelte sich zu etwas weitaus Seltsamerem, angetrieben von Ängsten aus der realen Welt. Der Autor bringt The Sixth Nik ausdrücklich mit der Aufhebung des Rechtsstreits Roe vs. Wade und zunehmenden Angriffen auf Trans-Rechte in Verbindung.
Wie Kraus feststellt: „Die amerikanische Regierung versucht, die physischen Körper von Menschen aus Fleisch und Blut zu kontrollieren.“ Die Erzählung scheut diesen Zusammenhang nicht. Ein Zitat von Josef Mengele erinnert erschreckend an die historische Fähigkeit zu staatlich geförderter Brutalität.
Der Horror im Inneren
Der Auszug enthüllt ein Schiff, das nicht nur lebendig, sondern grotesk ist. Blumenkohlähnliche Cockpits, pulsierende Frachträume und krebsartig aussehende Luftschleusen: The Sickness ist ein fleischgewordener Albtraum. Die Reaktion der Besatzung auf das Schiff – „schmerzhaftes Grinsen“ und „neue Besorgnis“ – unterstreicht den Schrecken.
Die distanzierte, klinische Erzählung des Protagonisten verstärkt das Unbehagen. Für diese Mission ausgebildet, betreten sie alleine das Schiff und werden von erzwungenem Applaus begrüßt, der schnell in verzweifelte Erleichterung übergeht. Die Frage bleibt bestehen: Welche Art von Zivilisation würde ein solches Schiff bauen?
The Sixth Nik ist keine angenehme Lektüre. Es ist ein brutaler, unerschütterlicher Blick auf Macht, Kontrolle und das schreckliche Potenzial der biologischen Technologie. Die Mischung aus Science-Fiction, Body-Horror und politischer Empörung verspricht ein verstörendes, unvergessliches Erlebnis zu werden.
