Ein kürzlich identifizierter Einschlagskrater im Nordosten Chinas könnte der jüngste große Einschlagsort auf der Erde sein und neue Erkenntnisse über die anhaltende Anfälligkeit des Planeten gegenüber Weltraumgesteinen liefern. Der Yilan-Krater in der Provinz Heilongjiang ist die größte bekannte Einschlagsstruktur, die sich in den letzten 100.000 Jahren gebildet hat.

Eine versteckte Wirkung

Die nahezu kreisförmige Senke mit einer Breite von etwa 1,15 Meilen (1,85 km) blieb aufgrund der dichten Waldbedeckung weitgehend unbemerkt. Die Einheimischen nannten ihn „Quanshan“, was „kreisförmiger Bergrücken“ bedeutet, ohne sich seiner außerirdischen Herkunft bewusst zu sein. Mitte 2021 bestätigten Forscher die Art des Aufpralls, nachdem sie Schlüsselindikatoren entdeckt hatten: erschütterter Quarz, geschmolzener Granit und markante Glasfragmente, die bei Hochgeschwindigkeitskollisionen entstanden waren.

Dating the Impact

Laut Kohlenstoffdatierung entstand der Yilan-Krater vor 46.000 bis 53.000 Jahren. Dies deutet darauf hin, dass er möglicherweise jünger ist als der Barringer-Krater in Arizona, der lange Zeit als jüngster großer Einschlag galt und sich vor etwa 50.000 Jahren bildete. Auch wenn das Alter ungewiss bleibt, ist Yilan definitiv der größte Krater, der jünger als 100.000 Jahre ist und übertrifft Barringers Größe.

Eine teilweise verlorene Struktur

Der Yilan-Krater ist unvollständig und weist keinen südlichen Rand auf. Es gibt Hinweise darauf, dass einst ein See die Senke füllte, was bedeutet, dass die Struktur zunächst vollständig intakt war, bevor Erosion oder andere geologische Prozesse einen Teil davon entfernten. Die genaue Ursache dieses Schadens ist noch unbekannt, laufende Studien könnten jedoch weitere Erkenntnisse liefern.

Chinas Emerging Impact Record

Vor Yilan gab es in China nur einen weiteren bestätigten Einschlagskrater: den Xiuyan-Krater, der 2009 identifiziert wurde und 330.000 bis 1,1 Millionen Jahre alt ist. Die Entdeckung von Yilan hat ein erneutes Interesse an der Identifizierung anderer versteckter Einschlagsstrukturen innerhalb des riesigen Territoriums Chinas geweckt. Im Jahr 2023 wurde nahe der nordkoreanischen Grenze ein dritter Krater entdeckt, der 150 Millionen Jahre alt ist, und im Jahr 2025 bestätigten Wissenschaftler den Jinlin-Krater, der möglicherweise so jung wie das Holozän ist (innerhalb der letzten 11.700 Jahre), obwohl dieses Alter unbestätigt ist.

Die zunehmende Zahl von Einschlagsentdeckungen in China unterstreicht die anhaltende Gefährdung des Planeten durch außerirdische Bedrohungen. Obwohl diese Ereignisse selten sind, prägen sie die geologische Geschichte der Erde und beeinflussen weiterhin unser Verständnis der Planetendynamik.

Der Yilan-Krater bietet eine einzigartige Gelegenheit, ein relativ neues Einschlagereignis im Detail zu untersuchen und Einblicke in die Kräfte zu gewinnen, die unsere Welt geformt haben.