Das James-Webb-Weltraumteleskop hat ein atemberaubendes Bild von MACS J1149.5+2223 (MACS J1149) aufgenommen, einem 5 Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxienhaufen im Sternbild Löwe. Diese neuen Daten zeigen nicht nur Galaxien; Es zeigt, wie ihre immense Schwerkraft das Licht von Objekten hinter ihnen beugt und verzerrt, ein Phänomen, das Gravitationslinsen genannt wird.
Was ist Gravitationslinseneffekt?
Massive Objekte wie Galaxienhaufen verzerren die Raumzeit. Licht von entfernten Galaxien, die durch diesen verzerrten Raum wandern, krümmt sich um den Haufen herum, anstatt sich in einer geraden Linie zu bewegen. Durch diese Biegung werden die Hintergrundgalaxien vergrößert und verzerrt, wodurch gestreckte Bögen und bizarre Formen entstehen.
Der Effekt ähnelt dem Blick durch eine verzogene Glaslinse – Objekte erscheinen verlängert, dupliziert oder auf andere Weise verändert. Dies ist keine optische Täuschung, sondern eine grundlegende Konsequenz von Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie.
Wichtige Beobachtungen im MACS J1149-Bild
Webbs Bild zeigt mehrere eindrucksvolle Beispiele für Gravitationslinsen:
- Verzerrte Spiralen: Eine Galaxie in der Nähe des Kerns des Haufens scheint in eine rosafarbene, quallenartige Form gestreckt zu sein.
- Mehrere Bilder: Das gleiche entfernte Objekt kann aufgrund der Lichtbeugung um verschiedene Teile des Clusters an mehreren Stellen erscheinen. Dies wurde sogar bei einer einzelnen Supernova beobachtet, die viermal im selben Sichtfeld auftrat.
- Vergrößerte Hintergründe: Der Linseneffekt erzeugt effektiv ein natürliches Teleskop, das es Astronomen ermöglicht, Galaxien zu untersuchen, die sonst zu lichtschwach wären, um beobachtet zu werden.
Warum das wichtig ist: Das frühe Universum studieren
Diese Beobachtungen wurden im Rahmen des CAnadian NIRISS Unbiased Cluster Survey (CANUCS) gemacht, einem Programm, das Webb nutzt, um die Entwicklung von Galaxien im frühen Universum zu untersuchen.
Die Daten werden Wissenschaftlern helfen:
- Verstehen Sie, wie Sterne in dichten Clusterumgebungen entstehen.
- Kartieren Sie die Massenverteilung innerhalb von Galaxienhaufen.
- Studieren Sie die Epoche der Reionisierung – eine Zeit, in der nach dem Urknall die ersten Sterne und Galaxien das Universum erleuchteten.
„Die erdrückende Schwerkraft dieses Haufens hält nicht nur alle Galaxien zusammen; sie krümmt auch die Raumzeit und gibt uns ein einzigartiges Fenster in die ferne Vergangenheit.“
Durch die Analyse der Lichtverzerrung können Astronomen Rückschlüsse auf die Massenverteilung innerhalb des Haufens ziehen und sogar die Bedingungen im frühen Universum untersuchen. Dies macht den Gravitationslinseneffekt nicht nur zu einem schönen Phänomen, sondern auch zu einem leistungsstarken Werkzeug für die kosmologische Forschung.
Die Fähigkeit des Webb-Teleskops, diese subtilen Verzerrungen zu erkennen, eröffnet neue Möglichkeiten zum Verständnis der Entwicklung von Galaxien und der großräumigen Struktur des Kosmos.

























