Schauen Sie nach Westen, nachdem die Sonne untergegangen ist. Nur noch einmal, bevor die Dunkelheit hereinbricht.

Dort wartet eine Show auf Sie. Es entfaltet sich über mehrere Abende, ruhig und bedächtig. Ein junger, hauchdünner Mond beginnt seinen Lauf an der Venus vorbei und zielt dann auf Jupiter zu. Es ist eine Gelegenheit, die Mechanik unseres Sonnensystems in Echtzeit zu beobachten. Sie verfolgen die Umlaufbahn des Mondes um die Erde, mit bloßem Auge und allem.

Die Aufstellung

Lassen Sie uns kurz über Zahlen reden, auch wenn sie nicht viel bedeuten, bis Sie sie sehen. Am 18. Mai, gegen 22 Uhr aus London, ist die Szene konkret. Der Mond ist erst 2,4 Tage alt. Knapp 6,2 % leuchteten. Es ist nur ein silberner Bogen vor dem verblassenden Zwielicht.

Venus hängt direkt neben diesem dünnen Licht. Es lodert. Hell, unverwechselbar, arrogant im Dunkeln. Sie werden es nicht verpassen. Auch Jupiter ist da, wenn auch höher oben und merklich dunkler. Es erregt immer noch Aufmerksamkeit, da es über der Aufregung unten sitzt. Dann haben Sie Zwillinge. Castor und Pollux, die Zwillinge, verschwinden im Hintergrund und sind die düstersten der Gruppe.

Der Mond wächst jede Nacht. Nicht in der Größe, sondern im Licht.

Es bewegt sich nach Osten. Das ist die Richtung. Jede Nacht nähert er sich Jupiter. Die Beleuchtung steigt, weil sich der Winkel relativ zur Sonne ändert. Eine Geometriestunde am Himmel.

Wo zu sehen

Braucht man dafür wirklich ein Teleskop?

Nicht wirklich. Aber Sie brauchen Platz. Machen Sie Ihren westlichen Horizont frei. Keine Hügel versperren die Aussicht. Keine Mehrfamilienhäuser, die den unteren Teil des Rahmens abschneiden. Nur Himmel. Offener, ununterbrochener Himmel.

Wenn Sie sich südlich des Äquators befinden, seien Sie mutig. Die Aussicht ist besser. Einfacher. Zu dieser Jahreszeit ist die Ekliptik – die Bahn, die Sonne, Mond und Planeten über die Kuppel ziehen – vom Boden aus steiler nach oben geneigt. Das bedeutet, dass die gesamte Konjunktion höher liegt, wenn Sie bei Sonnenuntergang zum ersten Mal nach oben schauen. Kein Blinzeln durch die Blendung. Keine Nackenbelastung. Nur ein genauerer Blick auf die Mechanik.

Schauen Sie also nach Westen. Sehen Sie, wie weit es morgen Abend geht. Vielleicht ist es morgen genau dort, neben dem großen Planeten.