Endlich sahen sie es. Nicht abgeleitet. Nicht erraten.
Lange Zeit gingen wir davon aus, dass der Raum zwischen den Sternen ein rauer Ort sei. Es wird das interstellare Medium genannt und es wirbelt mit Wolken aus ionisiertem Gas, Elektronen und allerlei chaotischem Plasma. Man kann es nicht wirklich sehen. Aber Sie können sehen, was es mit anderen Dingen macht.
Denken Sie an die Hitze, die vom Straßenbelag aufsteigt. Der wackelige Schimmer. Diese Verzerrung hinter einem Feuer? Dies geschieht jedoch im Weltraum mit Radiowellen, die aus einer Entfernung von zehn Milliarden Lichtjahren kommen.
Der Astronom Alexander Plavin und sein Team von Harvard & Smithsonian beschlossen, die Theorie gründlich zu testen. Sie wählten einen bestimmten Quasar aus, TXS 2005 403, der sich draußen im Sternbild Schwan befindet. Supermassereiches Schwarzes Loch. Hell. Weit. Sehr weit.
Auf seinem Weg durchquert das Licht einen besonders chaotischen Teil unserer Milchstraße. Es biegt sich. Es schmiert. Es verzerrt.
„Das meiste, was wir sehen, ist kein Quasar“, bemerkte Plavin. Es ist die Streuung. Die Turbulenzen hinterlassen ihren Fingerabdruck im Signal.
Das Team hat fast zehn Jahre alte Daten der VLBA ausgegraben. Sie erwarteten, dass die entfernten Teleskope nichts sehen würden. Oder vielleicht eine schwache, sanfte Unschärfe, die in den Lärm übergeht. Die Standardphysik legt nahe, dass das Signal über diese Grundlinien hinaus verschmieren sollte, bis es nicht mehr erkennbar ist.
Das war nicht der Fall.
Die Streueigenschaften bleiben erhalten.
Sie fanden Muster. Eindeutige. Lückenhaft. Strukturiert. Es war keine einfache Unschärfe. Das Signal überlebte an Stellen, an denen es theoretisch nicht hätte sein sollen, und tauchte in den Daten genau dort auf, wo Turbulenzmodelle sein Verhalten vorhergesagt hatten.
„Wir haben sein Signal eindeutig erkannt“, sagte Plavin. Das schwache Leuchten weigerte sich, auf einfache Erklärungen einzugehen.
Warum war das früher wichtig? Wir konnten vermuten, dass die Turbulenzen da waren. Jetzt können wir seine Struktur sehen. Direkt. Zumindest in gedruckter Form in The Astrophysical Journal Letters.
Das Universum ist laut. War schon immer so. Jetzt wissen wir, dass das Geräusch eine Textur hat.
Was mich stutzig macht. Was fehlt uns sonst noch, weil wir nach klaren Linien suchen, wo keine existieren?
Plavin et al. 202. ApJL.
